Nukeproof Mega Review

Endurotrails, Downhillstrecken und alpine Pfade wurden dem Mega zum Fraß vorgeworfen. Auf etlichen Touren und Rennen hat der Rahmen Kilometer gefressen und ich als Fahrer habe Erfahrungen gesammelt. Diese über rund ein Jahr zusammengetragenen Eindrücke soll euch der Artikel näherbringen.

Geometrie & Fahrwerk

Eines Vorweg, das Rad ist auf Geschwindigkeit getrimmt. Mit einem flachen Lenkwinkel, angegebene 66° für 558mm lange Gabeln (als Vergleich 545mm 160er Lyrik, 529mm 150er Revelation, Anpassung via verschiedener Steuersatzschalen möglich), und einem tiefen Tretlager (347mm) liegt es satt auf den Trails. Wählt man ein Dämpfersetup, welches sich an im Downhill üblichen 25-30% Negativfederweg orientiert, kleben die Räder förmlich am Boden. Gleichzeitig ermöglicht die Geometrie ein leichtes Abziehen an jeglichen Kanten und Hindernisse, was kreativerer Linienwahl auf den Trails zu Gute kommt. Das Rad folgt den Anweisungen locker und lässt sich ebenfalls gut in der Luft bewegen ohne dabei unruhig zu werden.
Auf das Hinterrad bewegt sich das Mega nur mit entsprechend Nachdruck. Sind die Kettenstreben mit 439mm doch etwas länger, als im Vergleich die oft als kurz beschriebenen 419mm eines Specialized Enduros.

Ob auf technischen alpinen Trails…

Die Sitzposition für den Uphill ist komfortabel und gefühlt weniger Race-orientiert. Trotzdem sind lange Aufstiege und Tagesetappen mit bis zu 2000hm möglich. Dank des steilen Sitzwinkels und dem somit nach vorn verlagerten Gewichtes bleibt das Vorderrad bei steilen Anstiegen auf dem Boden. Mit 50mm Vorbaulänge erschienen die meisten Anstiege machbar. Hinderlich für den Uphill ist jedoch das tiefe Tretlager. So praktisch wie es bei hohen Geschwindigkeiten und grobem Geläuf ist, so negativ kann es in technischen Bergaufpassagen oder welligem Gelände auffallen. Da der Rock Shox Monarch RT3 das Wegsacken des Hinterbaus nicht vollkommen verhindern vermag, ist ein Einfedern beim energischen hineintreten nicht zu vermeiden. Dies führte des öfteren zu Bodenkontakt der Pedale. An gewissen Stellen muss man so seine Kurbelumdrehungen genau überdenken.

…oder auf schnellen Downhillstrecken, das Mega macht überall eine gute Figur.

Mit einem abwärts orientiertem Setup kommt aber ein weiteres Problem. Das Rad fühlt sich auf ebenen Abschnitten und Gegenanstiegen weniger Effizient an. Selbst mit geschlossener Druckstufendämpfung macht sich dies bei aggressivem Antreten bemerkbar. Entgegenwirken lies sich dem Ganzen gefühlt nur durch mehr Luftdruck im Dämpfer. Sinnvoll wäre also ein Dämpfer mit effizienterer Plattform oder mehr Lowspeed Dämpfung.

Verarbeitung & Details

Für den Betrag von knapp 900€ erhält man einen sehr wertigen Rahmen. Die Frästeile und Schweißnähte sehen gut aus. Finish und Decals des Rahmens sind ebenfalls hochwertig. Einziger wirklicher Kritikpunkt an dieser Stelle wäre die bei mir komplett durchgerissene Kettenstrebe. Pünktlich zum bevorstehenden Alpencross im August holte auch mich dieses bereits bekannte Problem ein. Durch schnelles Reagieren meines Händlers war noch rechtzeitig das Ersatzteil besorgt und die Reise konnte angetreten werden. Nukeproof war bei den Kettenstreben wohl ein Fehler bei der Dimensionierung der Schweißnähte unterlaufen. Die neuen Nähte wirken nun deutlich massiver.

Kein Leichtgewicht in seiner Klasse mit 3348g, Größe M, inkl. Dämpfer.

Für seine Klasse besitzt der Rahmen ein relativ hohes Gewicht. 3348g in Größe M mit Dämpfer sind schon eine Menge verglichen mit der Konkurrenz. Betrachtet man jedoch den aggressiven Einsatzbereich so weckt das ein oder andere Gramm doch etwas mehr vertrauen und lässt die bloße Zahl weniger schlimm erscheinen. Für alle die das Rad trotz des Gewichtes auch hin und wieder einige Meter auf der Schulter tragen müssen, sei noch gesagt, dass sich der Rahmen sehr gut auch über mehrere Stunden tragen lässt.

Fazit

Pro:
+ Downhillgeometrie
+ passable Klettereigenschaften
+ Verarbeitung
+ Preis/Leistung
Kontra:
– Gewicht
– Tretlagerhöhe
– Wegsacken des Hinterbaus

Das Nukeproof Mega wird seinem Namen gerecht. Es ist gemacht für schnelle Enduroabfahrten mit groben Downhills und spaßigen Singletrails. Das Potenzial auf den Abfahrten erkauft man sich jedoch unweigerlich durch Kompromisse beim Bergauffahren.

Aufbau

Rahmen:Nukeproof Mega, Gr.M
Dämpfer: Rock Shox Monarch RT3
Gabel: Rock Shox Revelation Air U-Turn 150mm
Laufradsatz: Hope Pro 2 Naben, ZTR Flow Felgen
Bremsen: Avid Elixir CR
Lenker: Sunline V1, 740mm
Vorbau: Thomson X4, 50mm
Griffe: ODI Ruffian
Kurbeln: Truvativ Noir inkl. 36T Kettenblatt
Pedale: Sixpack ICON AL
Kettenführung: E.13 LG1+
Schaltwerk: SRAM X9 Type 2, Short
Schalthebel: SRAM X9
Kassette: Shimano XT 11-36
Kette: Shimano XT
Sattelstütze: Rock Shox Reverb
Sattel: Fizik Tundra 2
Reifen: Continental RubberQueen
Schläuche: Schwalbe SV13

Gesamtgewicht: ~14,3kg

Fahrerinfo & Setup

Gewicht: 73kg
Größe: 1,83m

Druck Gabel: Pos./Neg. 130psi
Druck Dämpfer: 130psi

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